idiophonic clutter: siemers, sturclub and trouth


wunschmaschinenklang

mein neuer podcast wunschmaschinenklang sendet natürliche, künstliche und künstlerische klangereignisse, die nie länger als 59 sekunden dauern. im begleitenden blog werden grundlegende daten (wer, wann, wo) und einige weiterführende assoziationen veröffentlicht.

es ist natürlich manchmal unbefriedigend, ein stück von vielleicht nur acht sekunden länge isoliert anzuhören: schwupp! ist es vorbei und der kurze klang bleibt unklar. deshalb die empfehlung, möglichst viele der kurzen tracks auf dem rechner, dem mp3-player oder einer cd zu speichern, vielleicht noch mit eigenen kurzen stückchen zu mischen und dann mit random/shuffle und repeat anzuhören. die zufälligen reihenfolgen lassen grinsend neue zusammenhänge entstehen: spannend, verwirrend, witzig.

gesendet wurden bereits oder werden bald zum beispiel nurse with wound, peter brötzmann, grillengezirpe, kante, sturclub, johann sebastian bach, john lennon, godzilla, kindergartenkinder, aphex twin, kurt schwitters, kirchturmglocken und vieles mehr.

und jede(r) ist zur teilnahme herzlich eingeladen. sendet dem gesamtkonzept entsprechende kurze klangdateien (mp3, 160kbps, stereo, maximal 59 sekunden) mit sachlichen oder poetischen erläuterungen an siemers@myway.com; das meiste wird tatsächlich gesendet, ein link zu eurem podcast oder zu eurem blog oder zu eurer website ist selbstverständlich.

essener songtage 1968. amon düül.

Posted in :noise, der verrückte fischhändler, fnord, gott, leitkultur, nurse with wound, transition by siemers on the September 29, 2006

die essener songtage 1968 markieren die geburtsstunde einer eigenständigen deutschen (rock)musik, die sich von angloamerikanischen vorbildern löste und die zerschüttete kreativität in der eigenen westrepublik spielerisch dem staub von tausend jahren entbarg. zwar gab es auch vorher schon zu klanglaboren umgewidmete keller und garagen (hier sei nochmals der hinweis auf das prae-kraut pandaemonium eingewoben), doch erst 1968 in essen wurde die neue musik auch einer breiteren öffentlichkeit offenbar.

neben linksradikalen barden & biederen beat-bands, neben den mothers of invention und den fugs spielten guru guru groove, xhol caravan, tangerine dream und amon düül. wohlgemerkt: nicht amon düül II, die sich erst 1969 metastatisch wuchernd von der originalkommune abspalteten, sondern die echten, ursprünglichen amon düül: peter leopold, ullrich leopold, rainer bauer, ella bauer, uschi obermaier, helge filanda und angelica filanda (reihenfolge und schreibweisen wurden von der auf basf erschienenen doppel-lp disaster übernommen; amon düül I übrigens gab es nie: diese bezeichnung ist ein lexikalisches missverständnis). die bühne in essen rockten neben den genannten noch diverse kinder und kinderinnen, freunde, verwandte und zwei hunde.

zu hören sind hier 16 sekunden dieser guerillaperformance:

der reine klang ohne ansagen, off-kommentar oder weitere bearbeitung

mp3 / 0,3 mb:
|>> amon düül – 16 seconds essener songtage live 1968 raw power

der reine klang verblendet und verschnitten: das fragment verdeutlicht als baustelle und ruine

mp3 / 0,9 mb:
|>> amon düül – 16 seconds essener songtage live 1968 re-processed

der reine klang gerahmt vom unnötig schnell wieder einsetzenden redakteur: die kürze und rohe verkürzung des reinen klanges ist natürlich auch ein kommentar: noch heute sind amon düül eine zumutung…

mp3 / 0,6 mb:
|>> amon düül – 16 seconds essener songtage live 1968 version wdr

sturclub: wir proben in verschwörerischer halböffentlichkeit und dein instrument ist herzlich willkommen.

Posted in distinktionsgewinn, gott, non servio, nurse with wound, punk, sturclub by siemers on the March 28, 2006

die salon-avantgardisten der stuttgarter band sturclub treffen sich etwa alle vierzehn tage im (tatsächlich!) wohnzimmer und spielen gemütlich in unerforschten klanguniversen: mal ohne instrumente, meist ohne laptop, oft ohne bewusstsein. das trio dufour / siemers / voran darf ruhig durch gäste gestört werden: damen und herren im etwas gesetzteren alter, denen john cage, die new york dolls und amon düül ("amon düül" habe ich gesagt!!, nicht: "amon düül 2"!!!) nicht allzu fremd sind, sollten bitte unter der e-mail sturclub@sturclub.de ihre mögliche anwesenheit mit instrument und six-pack avisieren. thank you for your patience.

tauschen wir das betroffensein.
tauschen wir es mit besoffensein
ein.

endlich! unmasked!! – der verrückte fischhändler!!!

Posted in der verrückte fischhändler, fnord, nurse with wound by siemers on the March 3, 2006

funny: i found myself on “discogs”

Posted in distinktionsgewinn, european free improvisation, free jazz, nurse with wound, punk, sturclub by siemers on the February 20, 2006

“discogs” is a user-built database of music information. imagine a site with discographies of all labels, all artists, all cross-referenced. It’s getting closer every day. you can help build “discogs” by submitting information about missing releases, artists, and labels.

and here is some siemers i found…

discogs

teenietus: steve stapleton and his brother with wound…

Posted in der verrückte fischhändler, non servio, nurse with wound by siemers on the February 18, 2006
SONIC POLICEMAN CLEARS TEEN YOBS OFF THE STREETS
Only under 20s can hear siren
By Allison Martin

UNRULY teenagers are being zapped with a high-pitched squeal only they can hear.

The noise comes from a black box that can be fitted outside homes, shops or offices.

But the frequency is so high that it can only be heard by people under 20. Anyone older can no longer pick it up.

The Sonic Teenager Deterrent – dubbed The Mosquito – is being backed by police and delighted shopkeepers. And guinea pig Christian Percival confirmed yesterday that it works.

“I can’t stand it,” he shrieked after being given a trial blast in Cheshire.

The £622 device was invented by Howard Stapleton, 39, who got fed up with youths hanging around his local store in Merthyr Tydfil.

He said: “The beauty of it is that the noise does not have to be loud – just at the level which only affects teenagers.”

Schriller Ton schreckt Teens ab

Ein britischer Tüftler hat ein Gerät entwickelt, das herumlungernde Jugendliche aus Geschäften fern halten soll. Der Apparat sendet einen schrillen Ton in einer sehr hohen Frequenz, die normalerweise nur von Menschen unter 20 Jahren zu hören ist.

Ältere Kunden bekommen von dem “Ton gegen Teens” überhaupt nichts mit, so gestern die Zeitung “The Daily Telegraph”. Erfinder Howard Stapleton macht sich den Umstand zu Nutze, daß die Leistungsfähigkeit des menschlichen Ohres früh abnimmt.

Das Gerät wurde nach Angaben des 39jährigen bereits von mehreren Geschäftsleuten erfolgreich getestet. “Das Schöne ist, daß der Ton nicht laut sein muß, sondern nur in der richtigen Frequenz.”