spatzen sind toll
spatzen machen mich glücklich.
seltsam: spatzen sind allesfresser, leben in schwärmen und machen krach. eigentlich alles überaus hassenswerte eigenschaften. dennoch infantiliere ich spontan in der nähe von spatzen und trage ein blödes grinsen spazieren.
ein besonderes privileg war mir einmal in zandvoort die beobachtung von segelspatzen, die mit der gischt und den schockwellen der nordsee spielten, sich in todesnähe trudeln liessen und im erst letzten moment die aufwindkissen zur entspannung enterten. die tobenden elemente und die drei beengenden dimensionen des luftraumes wurden laut tschilpend vergrinst.
segelspatzen. die sophisten unter den sperlingen.
skyscraper mavericks. so phisticated.
krieg der unterschicht
krieg den hütten und krieg den palästen!
aufrechte altlinke kommen hier ins schleudern, weil sie doch früher “friede den hütten” gebrüllt haben. doch mal im ernst: sollen wir die gammeligen hütten stehen lassen?
doch solange es sie noch gibt bin ich unten mit der unterschicht: und ich spreche hier ausnahmsweise mal von “wir” oder “uns”: eine weitgefaserte sammlung der objekte und opfer der nicht nur paranoid wahrnehmbaren verschwörung der den menschen feindlichen kräfte (“sie” nähern sich der unsterblichkeit; “sie” konzentrieren die macht; “sie” wollen “uns” dumm, krank und kostengünstig ausgesaugt sterben lassen). früher nannten sie uns gammler, lumpenproletariat, abschaum oder untermenschen: heute wollen sie uns einreden, dass der begriff der “unterschicht” ein geläufiger, wertneutraler soziologischer terminus sei. unterschlagen wird dabei natürlich, dass es die herrschende soziologie, die soziologie der herrschenden ist, die die begriffe prägt. und die tumben RTLisierten massen saugen den abschaum wie nektar. doch denken wir einfach anders herum: solange wir “oben” als gut und “unten” als schlecht noch begreifen, solange sind “wir” oben und unter uns ist die hölle der leitenden reichen.
seht euch vor. die unterschicht spielt counter strike und age of empires: und ihr steht auf der falschen seite. seht euch vor. hier kommt die hymne dieser meiner unterschicht: die blizzards aus stade hatten 1966 eine eindringliche vision vom besseren leben: ihrer selbst bewusste individuen, die ohne gottespest ein lob der faulheit singen: keine reue, keine angst: io pan! – und jetzt kommt musik: